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Bremen: Bovenschulte würdigt beim Festakt zum Tag der Deutschen Einheit den Mut von 1989

Bundesratspräsident Andreas Bovenschulte hat beim Festakt zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2026 in Bremen den Mut der Menschen gewürdigt, die 1989 für Freiheit und Demokratie auf die Straße gingen. Er verwies auf die Werte des Grundgesetzes und rief dazu auf, die Demokratie angesichts zunehmender Angriffe entschlossen zu verteidigen.

Gäste im Konzerthaus „Die Glocke“

Am Festakt im Bremer Konzerthaus „Die Glocke“ nahmen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundeskanzler Friedrich Merz, Bundestagspräsidentin Julia Klöckner und der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Stephan Harbarth, teil. Dazu kamen die Regierungschefinnen und -chefs der Bundesländer sowie Gäste aus Wirtschaft, Religion, Kultur und Zivilgesellschaft. Bürgerdelegationen aus allen 16 Ländern gehörten zu den Ehrengästen.

Erinnerung an 1989 und die Jahre danach

Bovenschulte sagte: „Seit 36 Jahren leben wir wieder in einem vereinten Deutschland. In Freiheit und Demokratie.“ Für die Kinder und Enkel sei es selbstverständlich, dass keine Mauer das Land teilt. Für viele Eltern und Großeltern sei es ein Traum gewesen.

In der DDR seien die Menschen 1989 in Leipzig, Dresden und Berlin, aber auch in Plauen und Arnstadt und vielen anderen Städten und Orten auf die Straße gegangen. Mit der friedlichen Revolution hätten die Ostdeutschen Geschichte geschrieben. Für viele seien die Jahre danach jedoch mit tiefen Brüchen und Verletzungen verbunden gewesen. Wie sie es geschafft hätten, neu anzufangen, verdiene Respekt.

Das Versprechen der Einheit gelte für Ost und West, für Stadt und Land, so Bovenschulte. Einheit brauche Anerkennung für unterschiedliche Lebenswege und für das, was Menschen geleistet hätten. „Einheit heißt nicht Gleichförmigkeit. Einheit gelingt, wenn unterschiedliche Erfahrungen Teil einer gemeinsamen Geschichte werden.“

Aufruf zur Verteidigung der Demokratie

Der Bundesratspräsident hob die verbindenden Werte des Grundgesetzes hervor: „die unantastbare Würde jedes Menschen, Freiheit, Demokratie, Rechtsstaat und sozialer Bundesstaat.“ Diese Werte stünden aktuell unter starkem Druck. Es gehe um die Regeln, die den demokratischen Wettstreit erst möglich machen. „Und da darf es kein Zurückweichen geben. Keinen Millimeter.“

Die Demokratie brauche Menschen, die widersprechen, wenn andere herabgewürdigt werden, und die Verantwortung übernehmen, etwa in Gemeinderäten, Vereinen, Gewerkschaften, Religionsgemeinschaften und Nachbarschaften. Den anwesenden Bürgerdelegationen dankte er: „Sie halten unser Land zusammen.“

Motto „VIELE STÄRKEN – EIN LAND“

Bovenschulte verwies auf das Motto der Bremer Bundesratspräsidentschaft und der diesjährigen Feierlichkeiten: „VIELE STÄRKEN – EIN LAND“. In Bremen und Bremerhaven würden Autos gebaut, Satelliten entwickelt und die Meere erforscht. Der Föderalismus setze nicht darauf, dass überall dasselbe geschehe. Aufgabe sei es, aus unterschiedlichen Interessen der Länder tragfähige gemeinsame Entscheidungen zu machen, „mit Eigenständigkeit und Solidarität, damit niemand zurückgelassen wird“.

Quelle: Senat Bremen