Zahlreiche Baukräne über einer Großbaustelle hinter einer Eisenbahnbrücke über die Weser
Großbaustelle an der Weser (Symbolbild) · Foto: geradepassiert-bremen.de

Bremen: CDU fordert nach verpasstem Exzellenzstatus mehr Unterstützung für Wissenschaft

Die wissenschaftspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft, Susanne Grobien, zeigt sich enttäuscht über die Entscheidung der Exzellenzkommission. Die Northwest Alliance „Connecting for Tomorrow“, der gemeinsame Exzellenzverbund der Universitäten Bremen und Oldenburg, wurde nicht als Exzellenzverbund ausgewählt.

„Diese Entscheidung ist bedauerlich und stellt für den Wissenschaftsstandort Bremen eine Enttäuschung dar“, erklärt Grobien. Sie schmälere aber „in keiner Weise die beeindruckenden Leistungen unserer Hochschulen, Forscherinnen und Forscher sowie aller Beteiligten in den vergangenen Jahren“.

Forderung nach Aufarbeitung im Wissenschaftsausschuss

Grobien fordert eine umfassende Aufarbeitung im Wissenschaftsausschuss. „Wir müssen genau analysieren, woran die Bewerbung gescheitert ist und welche Schritte notwendig sind, um in einer zukünftigen Runde der Exzellenzstrategie wieder erfolgreich zu sein“, sagt sie. Bremen sei bereits bis 2019 Exzellenzuniversität gewesen. Deshalb brauche es ein tragfähiges Konzept, um diesen Status künftig zurückzugewinnen.

Nach Ansicht Grobiens wäre die Auszeichnung ein wichtiger Impuls für Bremen gewesen. Der Exzellenzstatus hätte zusätzliche finanzielle Mittel für Spitzenforschung gebracht und die internationale Sichtbarkeit sowie das Renommee der Universitäten gestärkt.

Kritik am Senat und Forderung nach Investitionen

Zugleich sieht Grobien den Senat in der Verantwortung. Wissenschaft und Forschung müssten einen höheren Stellenwert in der Landespolitik erhalten. Die zurückhaltende Schwerpunktsetzung des Senats, die sich beispielsweise im Wissenschaftsplan 2030 und der fortbestehenden Zivilklausel widerspiegele, trage nicht dazu bei, das volle Potenzial des Standortes auszuschöpfen.

Außerdem fordert sie stärkere Investitionen in Zukunftstechnologien. „Gerade im Bereich der Sicherheits- und Verteidigungstechnologien verfügt Bremen über großes Innovationspotenzial“, so Grobien. Entsprechende Forschungsbereiche müssten gezielt gefördert werden.

Hintergrund: Voraussetzung waren drei Exzellenzcluster

Im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder konnten sich Verbünde nur dann um den Status einer Exzellenzuniversität beziehungsweise eines Exzellenzverbundes bewerben, wenn sie mindestens drei Exzellenzcluster vorweisen. Die Universitäten Bremen und Oldenburg erhielten 2025 insgesamt vier bewilligte Exzellenzcluster. Darunter sind die beiden Bremer Cluster „Der Ozeanboden – unerforschte Schnittstelle der Erde“ und „Die Marsperspektive – Ressourcenknappheit als Grundlage eines Paradigmas der Nachhaltigkeit“.

Grobien verweist auf diese Bewilligungen: Sie zeigten die hohe wissenschaftliche Qualität der Hochschulen. Die Bewerbung der Northwest Alliance wurde mit der Entscheidung vom 2. Oktober 2026 dennoch nicht berücksichtigt.