In Bremen und Bremerhaven sind viele Ausbildungsplätze noch nicht besetzt, während gleichzeitig mehr junge Menschen einen Ausbildungsplatz suchen als im Vorjahr. Seit Oktober 2025 meldeten sich 5.115 Jugendliche bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven, gut fünf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Zugleich sind 1.845 Bewerberinnen und Bewerber noch unversorgt, ein Plus von 7,8 Prozent. Unternehmen meldeten dagegen nur 4.428 Ausbildungsstellen – 11,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Bei der Handelskammer wurden bislang 2.752 neue Ausbildungsverträge eingereicht, ein Rückgang um 6,7 Prozent. Anders die Lage im Handwerk: Die Handwerkskammer verzeichnet ein Plus von rund 14 Prozent, seit 2020 schließen die Betriebe im Land Bremen jährlich rund 1.000 neue Ausbildungsverträge. Handwerkskammer-Präses Thomas Kurzke betont, für Bewerbungen sei es auch in den kommenden Wochen „noch nicht zu spät“.
Erste Anlaufstelle für Schulabgänger ist die Jugendberufsagentur Bremen/Bremerhaven, die unter der kostenfreien Nummer 0800 4 5555 00 persönliche Beratungstermine vergibt und in den Berufsinformationszentren kostenloses Internet sowie Drucker bereitstellt. Bundesweit lässt sich in der Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit online recherchieren, aktuell mit 984 Treffern für Bremen, viele bereits für den Ausbildungsstart 2027. Die Handelskammer Bremen betreut über 140 IHK-Berufe und bündelt Stellenangebote auf der neuen Plattform meine-ausbildung-in-bremen.de, die automatisch Ausschreibungen von Unternehmenswebsites, der Arbeitsagentur und weiteren Portalen zusammenführt. Die Handwerkskammer Bremen listet in ihrer Online-Lehrstellenbörse aktuell 225 offene Plätze in 137 Betrieben in 130 Ausbildungsberufen.
Besonders gesucht werden laut Handwerkskammer unter anderem Elektroniker, Kfz-Mechatroniker, Maler und Lackierer, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie Metallbauer. Bei der Handelskammer zählen Kaufleute für Büromanagement, medizinische Fachangestellte und Fachinformatiker zu den häufig gewählten Berufen. Bremens maritime Wirtschaft bietet zudem seltene Ausbildungswege wie Bootsbauer, Seiler, Elektroniker für Maschinen- und Antriebstechnik oder Metallblasinstrumentenmacher.
Eine einheitliche Bewerbungsfrist gibt es nicht, jeder Betrieb legt seinen eigenen Zeitplan fest. Die meisten Ausbildungen starten am 1. August oder 1. September, Stellen für 2027 werden bereits jetzt ausgeschrieben. Wer noch keinen Platz hat, kann sich laut Agentur für Arbeit auch nach Ausbildungsbeginn im Herbst weiterhin bewerben.


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