Der Bundesrat hat am 25. September 2026 eine Entschließung aus Bremen zur wirksameren Bekämpfung des sogenannten Autoposing gefasst. Die Länderkammer fordert die Bundesregierung damit auf, einen bundeseinheitlichen Rechtsrahmen zu schaffen, mit dem sich die gezielte Selbstdarstellung mit hochmotorisierten oder technisch manipulierten Fahrzeugen wirksam ahnden lässt.
Bremen hatte die Initiative am 23. Juni auf Vorlage von Senatorin Özlem Ünsal im Senat beschlossen und am 10. Juli in den Bundesrat eingebracht. Hintergrund ist, dass lautes Beschleunigen, provozierte Fehlzündungen und ständiges Kreisen durch dieselben Straßen Innenstädte und Wohnquartiere in vielen deutschen Städten belasten. Das geltende Recht erfasst dieses Verhalten nach Einschätzung der Länder derzeit nur unzureichend. Unnötiger Lärm ist zwar bereits verboten, wer aber auffällt, zahlt nach dem bundesweiten Bußgeldkatalog lediglich 80 Euro. Gegen die Halter der Fahrzeuge gibt es zudem kaum eine Handhabe.
Die Entschließung bittet den Bund, unter anderem eine Konkretisierung der Straßenverkehrsordnung gegen unnötigen Lärm, vermeidbare Abgase und unnützes Hin- und Herfahren innerorts zu prüfen. Diskutiert werden sollen zudem höhere Bußgelder, Punkte in Flensburg, befristete Fahrverbote, eine erweiterte Halterhaftung etwa für Vermieter hochmotorisierter Fahrzeuge sowie die Einziehung und Beschlagnahme wiederholt auffälliger Fahrzeuge. Kommunen sollen mehr Spielraum erhalten, um auf Belastungsschwerpunkte zu reagieren, bis hin zum Einsatz sogenannter Lärmblitzer.
Özlem Ünsal, Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung, erklärte: „Heute hat der Bundesrat ein klares Signal gesetzt: Wer den öffentlichen Raum zur Bühne macht und ganze Quartiere um den Schlaf bringt, muss künftig spürbar zur Verantwortung gezogen werden. Die geltenden Regeln reichen dafür nicht aus. Diese Lücke muss der Bund jetzt schließen.“
Anstoß für die Initiative gaben auch Erfahrungen aus der Bremer Überseestadt. Mit Tempo 30, Fahrbahnschwellen und der Sperrung der Überseepromenade wurden dort Tempo und Lärm messbar gesenkt, die Szene weicht laut Ünsal jedoch auf andere Straßen aus. „In der Überseestadt haben wir gezeigt, was vor Ort möglich ist, sehen aber auch, wo das geltende Recht an seine Grenzen stößt“, so Ünsal.
Die Entschließung wird nun der Bundesregierung zugeleitet.
Quelle: Senat Bremen


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