Wer online nach Arbeit sucht, trifft zunehmend auf gefälschte Stellenanzeigen und täuschend echte Karriereseiten. Die Verbraucherzentralen warnen vor dieser Betrugsmasche, die als Jobscamming bezeichnet wird und im schlimmsten Fall dazu führt, dass Arbeitssuchende ungewollt Kriminellen bei der Geldwäsche helfen.
„Kriminelle können mittlerweile auf fertige Webseiten, gefälschte Identitäten und technische Infrastruktur zurückgreifen oder diese als Dienstleistung einkaufen. Zusätzlich erleichtert künstliche Intelligenz den Betrug mit Jobanzeigen“, erklärt Parsya Baschiri, Fachbereichsleiter Verbraucherrecht der Verbraucherzentrale Bremen. Ziel der Betrüger seien die persönlichen Daten der Bewerberinnen und Bewerber, um Fakeshops, Accounts oder Bankkonten zu eröffnen sowie Kredite und Verträge abzuschließen.
Typisch für Fake-Anzeigen ist laut Baschiri, dass Qualifikationen oder Fähigkeiten kaum eine Rolle spielen und keine Zeugnisse oder Nachweise verlangt werden, damit möglichst viele Bewerbende ihre Daten preisgeben. Ein weiteres Merkmal ist die Ankündigung von hundert Prozent Homeoffice, da Fake-Jobs keine Büroräume benötigen. Auch die Angabe eines exakten Stundenlohns statt einer groben Gehaltsspanne, wie sie seriöse Anzeigen üblicherweise nennen, gilt als Warnsignal.
Häufig bauen Betrüger über Telefonate oder Chats Vertrauen auf, ohne dass ein persönlicher, analoger Kontakt stattfindet. „Ein persönlicher digitaler Kontakt ist aber kein Echtheitsnachweis“, warnt Baschiri. Spätestens wenn vor Unterzeichnung eines Arbeitsvertrags Kontodaten, Ausweis oder Versicherungsnummer übermittelt werden sollen, sei Misstrauen angebracht. Auch die Aufforderung zu einem Video-Ident-Verfahren sollte den Bewerbungsprozess sofort beenden lassen, da Kriminelle damit ein Bankkonto zur Geldwäsche eröffnen könnten.
Die Verbraucherzentrale rät, vielversprechende Stellenangebote zu prüfen: durch Recherche zum Unternehmen selbst, nicht nur zur Stellenanzeige, durch Abgleich mit der offiziellen Karriereseite sowie durch Nutzung offizieller Kontaktdaten, etwa zur Überprüfung der Unternehmensadresse in einem Online-Kartendienst. Der Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen könne zusätzliche Hinweise auf die Seriosität eines Unternehmens liefern. Wer bereits auf ein betrügerisches Angebot hereingefallen ist, kann den Notfall-Check der Verbraucherzentralen nutzen.


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