Fahrzeug des Bremischen Hafenamts Port Authority Bremen
Bremisches Hafenamt (Symbolbild) · Foto: geradepassiert-bremen.de

Bremen: Green Focus Awards 2026 gehen an CMA CGM, NYK Line und Dr. Martine Marchand

Vor einem mit knapp 150 Teilnehmenden vollen Haus ist die ENVOCONNECT 2026 zu Ende gegangen. Unter dem Motto „Transformation needs commitment“ brachte die Konferenz von bremenports Entscheiderinnen und Entscheider, Nachhaltigkeitsexpertinnen und -experten, Fachkräfte sowie Young Professionals aus Hafenwirtschaft, Logistik, Schifffahrt, Industrie und Wissenschaft zusammen. Im Mittelpunkt stand die Erkenntnis, dass die Transformation von Häfen und Lieferketten nur durch Zusammenarbeit, Dialog und konkretes Handeln gelingt.

Ein Höhepunkt war die Verleihung der Green Focus Awards, der „Hafen Oskars“. Seit 2014 zeichnet bremenports damit besonders emissionsarme Schiffe und Reedereien aus. Mit dem Engagement-Preis werden zudem Personen gewürdigt, die einen außergewöhnlichen Beitrag zur Transformation und nachhaltigen Entwicklung der Bremischen Häfen leisten.

Sauberstes Schiff: „Stellar“ von CMA CGM

Den Preis für das sauberste Schiff erhielt das Containerschiff „Stellar“ der Reederei CMA CGM. Mit einem Environmental Ship Index (ESI) von 90,5 Punkten und 14 Anläufen in Bremerhaven setzte es sich an die Spitze des Rankings.

Wirtschafts- und Häfensenatorin Kristina Vogt würdigte die Leistung als Beispiel dafür, wie die Schifffahrt Verantwortung übernimmt und Luftschadstoffe konsequent reduziert. Für CMA CGM nahm Sebastian Bruchhardt die Auszeichnung entgegen. Vogt gab ihm eine Aufgabe mit: „Wir würden so gern einen Green Corridor – also eine nachhaltige Transportachse, die den Warentransport zwischen beiden Städten sauberer, effizienter und zukunftsfähig machen soll, zwischen dem kanadischen Halifax und den Bremischen Häfen ins Leben rufen. Sie wären dafür ein perfekter Partner.“ Bruchhardt versprach, darüber nachzudenken, und sagte: „Für uns ist dieser Award definitiv nicht nur eine Anerkennung, sondern Rückenwind dafür, auf unserem Weg Luftschadstoffe zu minimieren und unsere Flotte umzustellen, weiterzukommen.“

NYK Line verteidigt Titel bei den Flotten

In der Kategorie „Sauberste Reederei-Flotte“ gewann die japanische Reederei NYK Line die Auszeichnung zum zweiten Mal in Folge. Mit vier regelmäßig in Bremerhaven eingesetzten Schiffen und insgesamt 26 Anläufen erzielte die Flotte erneut den besten durchschnittlichen ESI-Wert.

bremenports-Chef Robert Howe, der als Laudator fungierte, sagte, die Reederei hätte auch die Chance auf einen „Doppelgewinn“ gehabt: „Mit der Sumire Leader hätten Sie beinahe auch das ‘sauberste Schiff’ gestellt – dazu hätte der Autotransporter nur ein paar Mal mehr bei uns festmachen müssen.“ Christoph Pauli nahm den Preis für NYK entgegen. Die Auszeichnung sei eine Bestärkung für das Ziel der Reederei, die Emissionen bis 2030 um 45 Prozent im Vergleich zu 2021 zu senken und bis 2050 „Net Zero“ zu erreichen.

Engagement-Preis für Dr. Martine Marchand

Der Green Focus Award in der Kategorie Engagement ging an Dr. rer. nat. Martine Marchand. Die Biologin engagiert sich seit Jahrzehnten für Naturschutz und nachhaltige Hafenentwicklung in den Bremischen Häfen. Als Gutachterin und Beraterin begleitet sie Eingriffe in Natur und Landschaft und entwickelt Kompensationsmaßnahmen. Ihre wissenschaftliche Begleitung der Naturschutzmaßnahmen auf der Luneplate leistete einen wichtigen Beitrag zur erfolgreichen Umsetzung von Kompensationsprojekten.

Marchand berichtete, sie habe die erste Benachrichtigung über ihre Nominierung zunächst ignoriert: „Ich habe es erstmal als Spam eingeordnet – nach der zweiten Mail habe ich mich sehr gefreut.“

Der Environmental Ship Index (ESI) bewertet die freiwillige Übererfüllung gesetzlicher Umweltstandards durch Schiffe. Berücksichtigt werden unter anderem die Reduzierung von Stickoxiden, Schwefeloxiden und Feinstaub sowie Maßnahmen zur Senkung von CO₂-Emissionen, zur Verbesserung der Energieeffizienz und zur Nutzung von Landstrom.