Die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft (SUKW) hat das Naturschutzgebiet Eispohl, Sandwehen und Heideweiher im äußersten Norden Bremens in den Fokus gerückt. Anlass war der Besuch von Dr. Steffen Caspari vom Rote-Liste-Zentrum Deutschland, der das Gebiet gemeinsam mit Dr. Bettina Frieben von der Naturschutzfachbehörde der SUKW, Andreas Nageler, der die Fläche seit über 30 Jahren betreut, und Dr. Dirk Drewes, Leiter des Bundesforstbetriebes Niedersachsen, inspizierte.
Das Gebiet gilt als eine der naturschutzfachlich wertvollsten Flächen des Landes Bremen. Heiden und Silbergrasfluren auf der Binnendüne beherbergen seltene Pflanzenarten wie Berg-Sandglöckchen, Echtes Tausendgüldenkraut und Quendel-Seide. Am Heideweiher wachsen unter anderem Wasser-Lobelie, Reinweißer Hahnenfuß und die 2024 wiedergefundene Borstblatt-Schmiele. Im Weiher leben europäisch geschützte Arten wie Große Moosjungfer, Moorfrosch sowie Kamm- und Teichmolche.
Henrike Müller, Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, erklärte, das Naturschutzgebiet sei ein besonderes Juwel in Bremen. Nur durch die Zusammenarbeit aller Beteiligten sowie Maßnahmen wie ökologische Grabenräumung, Gewässerpflege und schonende Landwirtschaft in der Umgebung könnten die besonderen Lebensräume und Arten erhalten werden.
Eine Masterarbeit der Biologin Mira Heinken aus der Arbeitsgruppe Vegetationsökologie und Naturschutzbiologie der Universität Bremen um Prof. Dr. Martin Diekmann bestätigte in diesem Jahr die Bedeutung abschnittsweiser Pflege für die Artenvielfalt der Heiden.
Zudem wurde erstmals seit 1990 eine neue Rote Liste der Armleuchteralgen für Niedersachsen und Bremen veröffentlicht. Von den 27 beschriebenen Arten kommen neun in Bremen vor, zwei davon gelten als stark gefährdet. Fünf Arten sind ungefährdet, eine steht auf der Vorwarnliste, eine gilt als gefährdet. Zwei weitere stark gefährdete Arten wurden seit vor 1999 in Bremen nicht mehr dokumentiert.
Besondere Bedeutung haben der Kuhgrabensee und der Grambker Feldmarksee, die dem FFH-Lebensraumtyp „Nährstoffarme bis mäßig nährstoffreiche kalkhaltige Stillgewässer mit Armleuchteralgen“ entsprechen. Das AutorInnen-Team der Roten Liste um Dr. Annemarie Schacherer und Dr. Ralf Becker wertete dafür auch Masterarbeiten der Universität Bremen aus, die 2024 von Finn Gerlach und Leonard Mayen erarbeitet wurden.
Die Lebensräume der Armleuchteralgen sind durch Trübung und Fischbesatz bedroht. Naturschutz- und Wasserbehörde der SUKW, die Hanseatische Naturentwicklung GmbH (Haneg) und der BUND setzen deshalb Maßnahmen wie ökologische Grabenräumung, Gewässerpflege und extensive Landwirtschaft um, die gesetzlich vorgeschrieben sind.
Quelle: Senat Bremen


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