Historisches Verwaltungsgebäude in der Bremer Innenstadt
Verwaltungsgebäude in der Innenstadt (Symbolbild) · Foto: geradepassiert-bremen.de

Bremen: CDU warnt vor Schließung des Mercedes-Benz-Werks

Der Produktionsvorstand von Mercedes-Benz hat angekündigt, bei ausbleibenden Kostensenkungen zwei deutsche Werke schließen zu müssen. Betroffen sein könnte auch eines der drei deutschen Aufbauwerke und damit der Standort Bremen.

Theresa Gröninger, wirtschaftspolitische Sprecherin der CDU-Bürgerschaftsfraktion, äußerte sich besorgt zu den möglichen Werksschließungen. „Die Warnung aus Stuttgart muss in Bremen sämtliche Alarmglocken schrillen lassen“, erklärte Gröninger. Eine Schließung des Mercedes-Benz-Werks wäre nach ihren Worten eine „Vollkatastrophe“ – für rund 11.000 Beschäftigte, für zahlreiche Zulieferbetriebe, für die industrielle Wertschöpfung sowie für die Ausbildung von Fachkräften in Bremen.

Gröninger forderte zugleich, dass Bürgermeister Bovenschulte nicht nur auf den Konzern zeige, sondern eigene Maßnahmen ergreife. Der Ausbildungsfonds belaste das stark ausbildende Mercedes-Werk nach ihrer Einschätzung mutmaßlich mit einem siebenstelligen Betrag und schwäche damit Bremen im konzerninternen Standortwettbewerb. Diese Sonderabgabe gehöre abgeschafft.

Auch bei der Arbeitszeit warf Gröninger dem Bürgermeister vor, mit zweierlei Maß zu messen. Bovenschulte hatte zu den Beschäftigten bei Mercedes gesagt: „Gleiches Geld für mehr Arbeit ist noch keine Zukunftsstrategie.“ Gleichzeitig habe sein Senat genau dieses Prinzip bei den eigenen Beamtinnen und Beamten umgesetzt: eine Stunde mehr Arbeit pro Woche ohne entsprechenden Besoldungsausgleich.

Bremen sei bereits heute ein teurer Standort, zusätzlich belastet durch langwierige Bürokratie und langsame Verfahren, so Gröninger. Der Bürgermeister stehe in der Verantwortung, diese Standortnachteile abzubauen und zugleich seinen Einfluss bei der mitregierenden SPD im Bund zu nutzen, damit in Berlin Reformen zur Senkung der Arbeitskosten durchsetzbar würden. Es gehe jetzt darum, industrielle Arbeitsplätze in Bremen durch konkrete politische Entscheidungen zu sichern.