Der Bremer Immobilienmarkt bewegt sich weiterhin in einem anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfeld. Hohe Bau- und Finanzierungskosten, geopolitische Unsicherheiten und veränderte Anforderungen der Nutzerinnen und Nutzer prägen nahezu alle Marktsegmente. Das zeigt der neue Immobilienmarkt-Report 2026 der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH, der am 01. Oktober 2026 vorgestellt wurde. Qualität, Lage, Energieeffizienz und flexible Nutzungsmöglichkeiten gewinnen demnach weiter an Bedeutung.
Andreas Heyer, Vorsitzender der Geschäftsführung der WFB, sagt: „Das zeigt: Bremens breit aufgestellte Wirtschaftsstruktur trägt auch in einem herausfordernden Umfeld.“ Bremen profitiere von seiner Funktion als internationales Logistik- und Hafenzentrum sowie der Entwicklung seiner Stadtquartiere.
Büroimmobilien: Flächenumsatz unter Vorjahr
Der Büromarkt verzeichnete 2025 einen Flächenumsatz von rund 70.000 Quadratmetern, nach 89.000 Quadratmetern im Vorjahr. Große Abschlüsse mit mehr als 5.000 Quadratmetern blieben aus. Im ersten Halbjahr 2026 zeigen sich erste Belebungstendenzen; für das Gesamtjahr prognostiziert der Report zwischen 60.000 und 90.000 Quadratmetern.
Überseestadt und City kamen 2025 zusammen auf knapp 40 Prozent der Vermietungsleistung einschließlich Eigennutzungen, die Airport-Stadt auf knapp 25 Prozent. Der Leerstand lag Ende 2025 bei rund 215.000 Quadratmetern, von 5,4 auf 5,5 Prozent. Die Spitzenmiete stieg auf 16,50 Euro pro Quadratmeter, rund 7 Prozent mehr als im Vorjahr. 2026 zeichnet sich wieder mehr Neubautätigkeit ab, etwa mit dem Bürogebäude GRØN auf der Überseeinsel und dem neuen Medizinischen Versorgungszentrum in Oberneuland.
Logistik: Rekordbestand und knappe Flächen
Der Logistikmarkt erreicht 2026 mit 3.514.500 Quadratmetern einen neuen Rekordbestand. Der Leerstand hat sich nahezu halbiert und liegt bei 3,09 Prozent. Der Flächenumsatz sank von 325.700 auf 162.100 Quadratmeter, vor allem wegen des begrenzten Flächenangebots.
Die Durchschnittsmieten im Bestand liegen stabil bei rund 5,65 Euro pro Quadratmeter. Für moderne Neubauten in Top-Lagen wie dem GVZ Bremen oder dem Gewerbepark Hansalinie werden erstmals Spitzenmieten zwischen 6,75 und 7,10 Euro pro Quadratmeter erzielt. Neue Projekte sollen ab 2027 zusätzliche Kapazitäten schaffen, darunter die dritte Baustufe der Hansalinie, das Dachser Food-Logistikzentrum und der Logistikpark Hüttenstraße im Industriehafen. Mehr als 90 Prozent der Logistikflächen liegen innerhalb von zehn Kilometern zur Innenstadt.
Innenstadt und Investmentmarkt
In der Bremer Innenstadt gibt es mehr als 700 Geschäfte und über 200 Gastronomiebetriebe. Zu den jüngsten Entwicklungen zählt die Eröffnung des rund 3.000 Quadratmeter großen New-Yorker-Flagship-Stores im Lloydhof. Motel a Miio und HiFi Klubben kamen neu hinzu, TK Maxx etablierte sich auf der ehemaligen SportScheck-Fläche. Neue Business Improvement Districts entstehen im Balgequartier und am Hanseatenhof.
Der gewerbliche Investmentmarkt erreichte 2025 ein Transaktionsvolumen von 323,2 Millionen Euro (Vorjahr: 308,1 Millionen Euro). Im ersten Halbjahr 2026 waren es 121,7 Millionen Euro. Die Nettoanfangsrendite für Büroimmobilien in zentralen Lagen wird für 2026 mit 5,7 Prozent prognostiziert.
Weitere Informationen: www.wfb-bremen.de






