Mehr als 5.000 Meter Seil entstehen täglich bei der Gleistein GmbH in Bremen-Blumenthal. Das Unternehmen zählt zu den führenden Herstellern von Hightech-Seilen, die weltweit vor allem im maritimen Bereich zum Einsatz kommen, etwa bei Schwerlastkränen, Sicherheitsanwendungen oder auf Spielplätzen.
„Als Vollsortimenter fertigen wir Seile von sehr dünn bis sehr dick und haben uns damit viele Märkte erschlossen“, sagt Jan Paul, Gesellschafter von Gleistein. Besonders sichtbar wird die Bedeutung der Seile in der Schifffahrt, wenn große Containerschiffe im Hafen festmachen und dabei hochwertige Taue enormen Belastungen standhalten müssen.
Am Anfang jedes Seils stehen feine Kunststofffasern, die Filamente. Gleistein verarbeitet unter anderem Nylon, Polyester und Polypropylen. In Zwirnmaschinen werden die Filamente zu Garnen verdreht, aus denen anschließend dickere Litzen entstehen. Diese werden imprägniert, eingefärbt und in Flechtmaschinen zum fertigen Seil verarbeitet – nach einem Prinzip, das laut Paul einem geflochtenen Haarzopf ähnelt, allerdings mit deutlich höheren technischen Anforderungen.
Das Unternehmen produziere heute fast ausschließlich auf Bestellung, so Paul. Mehr als 5.000 verschiedene Seiltypen umfasst das Sortiment, vom hauchdünnen Tauwerk bis zum baumdicken Spezialseil. Serviceteams unterstützen Kundinnen und Kunden weltweit bei Wartung, Reparatur und Beurteilung der Seile.
Die Geschichte von Gleistein begann 1824, als Kapitän Georg Gleistein aus Bremen-Vegesack die Erlaubnis erhielt, eine Seilerei aufzubauen. Mit der Dampfschifffahrt veränderte sich der Markt grundlegend, viele Seilereien verschwanden. Gleistein passte sich an, investierte in Maschinen und erschloss neue Märkte. Angesichts stärkerer internationaler Konkurrenz ab den 1970er- und 1980er-Jahren, insbesondere aus Fernost, eröffnete das Unternehmen 1997 ein Werk in der Slowakei und konzentrierte sich zunehmend auf Hochtechnologie.
Ein Beispiel dafür sind Seile aus der Kunststofffaser Dyneema, die bei gleicher Zugfestigkeit wie Stahl bis zu zehnmal leichter ist. Daraus flechtet Gleistein unter anderem „DynaOne“, einen Bestseller des Unternehmens, der etwa im Segelsport eingesetzt wird.
Trotz moderner Maschinen bleibt Handarbeit bei Gleistein wichtig. „Das klingt vielleicht anachronistisch, aber der Anteil der Handarbeit nimmt seit einigen Jahrzehnten wieder zu“, sagt Jan Paul. Grund sei die wachsende Komplexität der Produkte, da viele Seile so vorbereitet werden müssen, dass sie direkt im Einsatz genutzt werden können.
Quelle: Pressedienst Bremen (WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH)


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