Am 10. September 2026 heulten bundesweit die Sirenen: Am jährlichen Warntag testeten Bund, Länder und Kommunen ihre Alarmierungssysteme – auch in Bremen. Anlass für einen Blick darauf, wie die Stadt an der Weser vor Sturmfluten und Hochwasser geschützt wird und wie im Ernstfall gewarnt wird.
Bremen liegt zu 85 Prozent unter dem mittleren Hochwasserstand und ist damit theoretisch überflutungsgefährdet. Sturmfluten entstehen, wenn Orkane über der Nordsee Wasser in die trichterförmige Wesermündung drücken; von Bremerhaven aus erreicht die Flutwelle die Stadt nach rund drei Stunden. Seit 1979 schützen zwei Sperrwerke die Weserzuflüsse Lesum und Ochtum vor einlaufenden Sturmfluten. Am Pegel Große Weserbrücke liegt das mittlere Tidehochwasser bei 2,56 Metern.
Ein zentrales Bauwerk im Hochwasserschutz ist das Weserwehr in Bremen-Hastedt. Es reguliert bei Stromkilometer 362 den Wasserstand der Mittelweser über fünf bewegliche Fischbauchklappen. Das heutige Wehr ersetzte 1989 bis 1993 den Vorgängerbau von 1911 und nahm am 10. Juni 1993 seinen Betrieb auf. Bei Niedrigwasser beträgt die Fallhöhe rund sechs Meter, bei Hochwasser noch etwa zwei Meter. Unmittelbar daneben ermöglichen zwei Schleusen der Berufs- und der Freizeitschifffahrt, den Höhenunterschied zu überwinden.
Für die Bevölkerungswarnung setzt Bremen auf einen Mix aus Lautsprecherdurchsagen, der Warn-App NINA, Cell Broadcast, digitalen Infotafeln sowie Internet und sozialen Medien von Feuerwehr und Polizei. Das Sirenennetz wird derzeit wieder aufgebaut: In Bremen stehen 43 fest installierte Sirenen sowie sechs mobile Sirenen zur Verfügung. Im Ernstfall – etwa bei einer Sturmflut – ertönt ein auf- und abschwellender, einminütiger Heulton als Aufforderung, Radio oder Fernsehen einzuschalten und auf weitere Durchsagen zu achten. Der monatliche Probealarm jeden ersten Samstag klingt anders: ein einmütiger Dauerton, zweimal unterbrochen, ohne Handlungsaufforderung.
Innensenatorin Eva Högl erklärte zum Warntag, Gefahrenlagen wie Hochwasser könnten „jederzeit auftreten“ und eine Warnung könne im Ernstfall „entscheidende Minuten“ bringen. Nach Angaben der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft liegt aktuell keine Sturmflutwarnung oder Hochwasserinformation für Bremen vor.


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