Das Amt für Soziale Dienste Bremen baut sein Angebot für Familien aus, die bislang noch keinen Zugang zu einer Kita gefunden haben. Die ehemaligen sozialpädagogischen Spielkreise in den Häusern der Familie werden zum Projekt „Früher Start“ weiterentwickelt. Das niedrigschwellige Angebot des Senators für Kinder und Bildung richtet sich gezielt an Familien, die den Weg in die reguläre Kindertagesbetreuung bislang nicht gefunden haben. In Kleingruppen sollen Kinder erste Gruppenerfahrungen sammeln, Eltern erhalten Beratung und Unterstützung, auch Hol- und Bringdienste sind vorgesehen.
Kinder- und Bildungssenator Mark Rackles erklärte, das Konzept setze einen zentralen Gedanken des Senatsvorhabens „Alle Kinder in die Kitas“ um: Der Träger warte nicht darauf, dass Familien zu ihm kommen, sondern gehe selbst auf sie zu. Ziel sei, vor allem jene Kinder zu erreichen, die von Kindertagesbetreuung besonders profitieren könnten.
Staatsrätin Jennifer Müller-Wilckens würdigte bei einem Rundgang durch das Familienzentrum Mobile in Bremen-Hemelingen die gute Vernetzung der Häuser der Familie in ihren Quartieren. Sozialsenatorin Dr. Claudia Schilling betonte, die Eltern-Kind-Angebote der Häuser der Familie seien seit Jahren eine wichtige Anlaufstelle für Familien in besonderen Lebenslagen. Bettina Paul-Renken, Geschäftsführerin des Freundeskreises der Häuser der Familie und Familienbildung in Bremen e. V., verwies darauf, dass hier auch Familien erreicht würden, die über klassische Zugangswege schwer erreichbar seien.
Die schrittweise Umstellung der Spielkreise hat mit dem Kindergartenjahr 2026/27 begonnen. Hintergrund ist, dass trotz des Ausbaus von Kita-Plätzen in Bremen insbesondere belastete und zugewanderte Familien sowie Familien mit sprachlichen oder organisatorischen Zugangshürden noch nicht ausreichend erreicht werden. Die Betreuungsquote ist 2026 gestiegen und liegt bei 30,4 Prozent im Krippen- und 90,8 Prozent im Elementarbereich. Nach dem laufenden Kitajahr soll geprüft werden, wie wirksam die neue Angebotsstruktur ist.
In Hemelingen ergänzt das flexible Betreuungsangebot „Moki“, das ebenfalls im Haus der Familie verortet ist, die Arbeit von „Früher Start“. Es richtet sich an Familien, die aufgrund ihrer Lebenssituation flexible Unterstützung bei der Kinderbetreuung benötigen, etwa wenn starre Betreuungszeiten nicht zur Lebensrealität passen.
Die elf Häuser der Familie sind stadtteilbezogene Einrichtungen des Amtes für Soziale Dienste Bremen und dem Sozialdienst Junge Menschen zugeordnet. Sie befinden sich in der Vahr, Horn-Lehe, Huchting, Obervieland, Walle, Mitte, Hemelingen, Tenever, Lüssum, Vegesack und Bockhorn.


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