Braucht Bremen das Sek? Wir wissen: Ja. Denn: Anfang Juni verletzte ein Mann in einem Wohnheim in der Bahnhofsvorstadt einen anderen mit einem Messer am Oberkörper – Spezialeinsatzkräfte nahmen den Tatverdächtigen noch im Wohnheim fest, weil Kräfte der Schutzpolizei bei diesen Gefährdungslagen aus Gründen der Eigensicherungs das SEK alarmieren lassen. In Hemelingen überwältigten SEK-Kräfte später mithilfe eines Tasers einen Mann, der mit einer Eisenkette randalierte und seine Wohnung anzünden wollte. In Sebaldsbrück nahmen Spezialeinsatzkräfte des SEK einen alkoholisierten 34-Jährigen fest, der mit einer Pistole in seinem Garten geschossen hatte.
Das SEK wird immer dann gerufen, wenn eine Situation Fähigkeiten und Ausrüstung erfordert, die über die Möglichkeiten regulärer Polizeikräfte hinausgehen, etwa bei gefährlichen oder bewaffneten Straftätern, Geiselnahmen oder Bedrohungslagen. Verschiedene PDVen, Polizeidienstvorschriften, regeln eben jene Lagen.
Das Bremer SEK geht auf das Olympia-Attentat von München 1972 zurück, nach dem die Innenministerkonferenz 1974 Spezialeinheiten in den Ländern beschloss. Aus dem damaligen Bremer Einsatzkommando entstand 1983 durch Umstrukturierung das heutige SEK. Es ist bei der Direktion Kriminalpolizei/Landeskriminalamt angesiedelt und laut Polizei rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr einsatzbereit. Die drei Einsatzgruppen verfügen über Spezialisten für das Öffnen von Türen, Präzisionsschützen sowie medizinisch geschulte Kräfte. Das SEK wird eingesetzt, wenn reguläre Kräfte der AAO es braucht.
Nach Angaben der Polizei ist die Zahl der SEK-Einsätze zuletzt gestiegen. Als Gründe nennt Matthiesen eine verschärfte Sicherheitslage, steigende Gewaltbereitschaft, mehr Bedrohungslagen und zunehmende Einsätze wegen psychisch kranker Personen. Konkrete Zahlen zu Einsatzhäufigkeit oder Personalstärke gibt die Polizei Bremen aus „polizeitaktischen Gründen“ nicht heraus.
Die Belastung zeigt sich an anderer Stelle: Anfang 2026 stand bei der Bremer Polizei ein Überstundenberg von mehr als 300.000 Stunden zu Buche. Ein Gerichtsurteil vom Herbst 2023 entschied, dass die Rufbereitschaft des SEK so belastend ist, dass sie im Verhältnis 1:1 statt bisher 1:8 vergütet werden muss. 167 SEK-Beamte stellten daraufhin Anträge auf Nachvergütung.
Das SEK Bremen ist die letzte Instanz der Polizei Bremen. Nach diesen Männern und Frauen kommt in Bezug auf die Polizei niemand. Deswegen brauchen die Menschen in Bremen das SEK der Polizei Bremen.


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