StartPolitikBremen: Senat beschließt KI-Strategie für die Verwaltung

Bremen: Senat beschließt KI-Strategie für die Verwaltung

Der Senat hat am 18. August 2026 eine KI-Strategie für die Verwaltung der Freien Hansestadt Bremen beschlossen. Erarbeitet wurde sie von der Digitalisierungsabteilung beim Senator für Finanzen und der Universität Bremen, gemeinsam mit den Ressorts, dem Bremerhavener Magistrat und der Bürgerschaftskanzlei.

Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte erklärte, Künstliche Intelligenz verändere die Arbeit und den Umgang mit Informationen, weshalb die Verwaltung an KI nicht mehr vorbeikomme. Man dürfe der KI aber nicht blind vertrauen, weshalb die neue Strategie beiden Anforderungen gerecht werden solle.

Finanzsenator Björn Fecker bezeichnete die KI-Strategie als wegweisende Antwort auf die Herausforderungen der Verwaltung. Mit dem zielgenauen Einsatz von KI sei etwa eine schnellere Sachbearbeitung möglich, was die Servicequalität für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen erhöhe und zugleich die Beschäftigten entlaste. Die Beschäftigten müssten bei den weiteren Schritten mitgenommen und umfassend qualifiziert werden.

Prof. Dr. Jutta Günther, Rektorin der Universität Bremen, hob die Kompetenz des Fachbereichs Informatik hervor. Fachlich begleitet wurde die Strategie von Prof. Dr. Dr. Björn Niehaves. Für die Entwicklung sei mit hunderten Expertinnen und Experten vor Ort gearbeitet worden, zusätzlich seien Rückmeldungen von fast 4.000 Beschäftigten der bremischen Verwaltung ausgewertet worden.

Grundlage der Strategie ist eine Bestandsaufnahme der digitalen Transformation in der Verwaltung. Das Audit zeigt, dass Bremen bereits über zentrale Steuerungsstrukturen, etablierte IT-Basisdienste und Lösungen für Dokumentenmanagement verfügt. Entwicklungsbedarfe bestehen laut Mitteilung bei der ressortübergreifenden Steuerung und der strategischen Datennutzung.

Im Anschluss wurde ein KI-Leitbild entwickelt, das unter anderem festlegt, dass KI nur eingesetzt werden darf, wenn ihre Anwendung mit rechtsstaatlichen, demokratischen und ethischen Prinzipien vereinbar ist, diskriminierungsfrei wirkt und keine einseitige Abhängigkeit von einzelnen Anbietern entsteht. Die Verwaltung soll dabei die volle Hoheit über ihre Daten behalten.

Insgesamt wurden sieben Handlungsschwerpunkte definiert, darunter „Daten und KI-Infrastruktur“, „KI verantwortungsvoll steuern“ und „KI für eine zugängliche Verwaltung“. Diese sind mit insgesamt 39 konkreten Projekten hinterlegt, etwa dem Aufbau eines Kompetenzzentrums für KI in der Verwaltung oder der automatisierten Vorprüfung standardisierter Anträge.

In Teilen wird KI bereits heute eingesetzt. Dazu zählt das Assistenzsystem LLMoin, das Beschäftigte bei Texten, Recherche und Anfragen unterstützt. Auch die Wohngeldstelle nutzt KI zur Unterstützung bei umfangreichen Anträgen, künftig soll damit automatisch die Vollständigkeit von Wohngeldanträgen geprüft werden. Zudem ist die Entwicklung eines KI-Assistenten für das Serviceportal Bremen auf den Weg gebracht.

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