StartPolitikBremen: SPD fordert höhere Ausbildungsvergütung für Azubis

Bremen: SPD fordert höhere Ausbildungsvergütung für Azubis

Der Unterbezirksvorstand der SPD Stadt Bremen hat einen Beschluss gefasst, der eine bessere Entlohnung von Auszubildenden fordert. Der Beschluss stammt vom 29.08.2026. Ziel ist es, faire Ausbildungsvergütungen zu einem Qualitätsmerkmal des Ausbildungsstandorts Bremen zu machen.

Konkret fordert die SPD Stadt Bremen, tariforientierte Ausbildungsvergütungen bei öffentlichen Aufträgen stärker zu berücksichtigen. Der Senat soll prüfen, wie im Rahmen der öffentlichen Auftragsvergabe eine tarifliche beziehungsweise tariforientierte Ausbildungsvergütung als Standard gestärkt werden kann, etwa durch einen Bremer Referenzwert für eine Mindestausbildungsvergütung. Zudem soll ein „Bremer Standard für Gute Ausbildung“ entwickelt werden, der neben fairer Vergütung auch moderne Schulstandorte, verlässlichen Schulunterricht, Beratungsangebote für mentale Gesundheit sowie Demokratieförderung umfassen soll. Auf Bundesebene will sich die SPD Stadt Bremen dafür einsetzen, dass die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung regelmäßig an die Lohn- und Preisentwicklung angepasst wird.

„Gute Arbeit beginnt schon in der Ausbildung“, sagte die Unterbezirksvorsitzende Gesa Wessolowski-Müller. Wer eine Ausbildung beginne, übernehme Verantwortung und erlerne einen Beruf, was sich auch in angemessener Vergütung widerspiegeln müsse. Wer öffentliche Mittel erhalte, solle jungen Menschen gute Ausbildungsbedingungen, faire Bezahlung und eine berufliche Perspektive bieten.

Der Unterbezirk verweist auf bereits ergriffene Maßnahmen des Senats, darunter den Ausbildungsunterstützungsfonds. Für Berufsorientierung, Sprachförderung und Prüfungsvorbereitung hat der Senat laut Mitteilung ein Maßnahmenpaket von vier Millionen Euro auf den Weg gebracht. Ergänzt wird dies durch die Ausbildungsgarantie mit zwei Ausbildungsverbünden in Bremen und Bremerhaven sowie die Jugendberufsagentur, die junge Menschen unter 25 Jahren ohne Berufsabschluss berät. Mit den Azubi-Wohnheimen im Ellener Hof in Osterholz und im Q45 wurden nach Angaben der SPD bereits zusätzliche bezahlbare Wohnangebote geschaffen; mit Infrastrukturmitteln des Bundes soll ein weiteres Azubi-Wohnheim in Bremen-Mitte entstehen.

Zur Begründung verweist die SPD Stadt Bremen auf die Lohnentwicklung: Von 2022 auf 2023 sei der Bruttostundenverdienst der Geringverdienenden in Bremen um 13,6 Prozent gestiegen. 2024 habe der Bruttostundenverdienst des untersten Fünftels der Beschäftigten gegenüber 2023 um 7,7 Prozent zugelegt, beim obersten Fünftel seien es 4,8 Prozent gewesen. Bremen weise mit 56 Prozent bundesweit die höchste Tarifbindung auf, die jedoch stagniere.

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