Die Plattform molo (kurz für „moving local“) wird an der Universität Bremen dauerhaft weitergeführt. Nach dreieinhalb Jahren endet die Bundesförderung des Forschungsprojekts planmäßig, das Angebot selbst bleibt bestehen und wird künftig für neue Städte, Medien und Vereine geöffnet. Die App bündelt lokale Informationen, ist deutschlandweit nutzbar, kostenlos, werbefrei und funktioniert ohne Anmeldung.
Entwickelt wurde molo von der Universität Bremen, dem Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut (HBI) und der Universität Leipzig im Dialog mit Bürgerinnen, Bürgern und lokalen Akteuren. Ziel war es, eine Plattform zu schaffen, die lokale Öffentlichkeit dauerhaft stärkt.
„molo ist der Befreiungsschlag aus der Abhängigkeit von den großen Tech-Plattformen, die Daten absaugen, gelungen“, sagt Professor Andreas Hepp, Projektleitung im Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung (ZeMKI) der Universität Bremen. Zusammen mit allen Beteiligten habe sich gezeigt, dass eine lokale und regionale Informationsplattform integrativ und datensparsam funktioniere und eine direkte Publikumsbeziehung möglich mache.
Laut der aktuellen Nachrichtennutzungsstudie des HBI (Reuters Institute Digital News Report 2026 – Ergebnisse für Deutschland) sind für 18 Prozent der Onliner soziale Medien inzwischen die wichtigste Nachrichtenquelle, bei den 18- bis 24-Jährigen liegt der Anteil bei 44 Prozent. „Lokale Öffentlichkeit entsteht nicht mehr von selbst, sondern ist eine Infrastrukturfrage“, sagt Professorin Wiebke Loosen, Projektleitung am Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut. Eine gemeinwohlorientierte Infrastruktur bündele lokale Öffentlichkeit an einer Stelle, ohne auf Reichweite und Werbung optimiert zu sein.
molo setzt dort an, wo lokale Informationen entstehen: auf den Websites von Vereinen, Initiativen, Kommunen, Kultureinrichtungen und Medien. Ein Content-Hub importiert Termine und Meldungen automatisch. Die eigens entwickelte molo-KI ordnet die Inhalte, erzeugt aber keine, arbeitet datensparsam und ist auf die Anforderungen des EU AI Act ausgelegt. Wer über die App einen Beitrag öffnet, gelangt direkt zum Original.
Das Prinzip hat sich nach Angaben der Universität im Alltag etabliert: Von Greifswald bis Reutlingen verarbeitet molo täglich tausende Meldungen aus hunderten Quellen und Medienpartnern für ganz Deutschland. Weit über 6.000 Menschen nutzen die App, mehr als 300.000 Veranstaltungen wurden bislang erfasst.


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