Die Rasteder Straße im Bremer Stadtteil Gröpelingen ist im Zuge einer koordinierten Straßensanierung im sogenannten Huckepack-Verfahren umfassend erneuert und klimaangepasst umgestaltet worden. Ausgangspunkt der Arbeiten war eine notwendige Kanalsanierung, die genutzt wurde, um die Straße grundlegend zu erneuern. Grundlage der Maßnahme ist das Integrierte Entwicklungskonzept Gröpelingen (IEK Gröpelingen).
Im Rahmen der Woche der Klimaanpassung wurde die fertiggestellte Rasteder Straße nun offiziell eingeweiht. Umweltsenatorin Henrike Müller und Bausenatorin Özlem Ünsal pflanzten dabei symbolisch gemeinsam einen Baum und würdigten die abgeschlossenen Maßnahmen.
Die Planungen begannen 2024 mit ersten gemeinsamen Gesprächen. Vor der Umgestaltung war die rund neun Meter breite Straße mit großformatigem Kopfsteinpflaster befestigt, ohne Bäume oder Vorgärten, die Gehwege schlossen direkt an die Gebäude an. Im Zuge der Umgestaltung wurden insgesamt vier klimarobuste Bäume in Tiefbeete gepflanzt. Neu sind zudem versickerungsfähiges Pflaster im Straßenraum sowie wasserdurchlässige Beläge auf Parkplätzen. Die Tiefbeete speichern Regenwasser von Straße und Gehwegen und ermöglichen dessen Versickerung – das sogenannte Schwammstadt-Prinzip. Zusätzlich wurde eine barrierefreie Querungsmöglichkeit geschaffen und Fahrradbügel wurden installiert.
Henrike Müller, Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, erklärte: „Eine klimaangepasste Stadt ist entscheidend für das Wohlbefinden der Menschen. Wo Bäume wachsen, Regenwasser versickern kann und das Schwammstadt-Prinzip umgesetzt wird, ist es spürbar kühler und angenehmer – das macht unsere Stadt lebenswerter.“
Özlem Ünsal, Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung, sagte: „Klimaanpassung darf kein Luxus einzelner Stadtteile sein. Deshalb fließen aus unser Städtebauförderung, dem Programm ‚Sozialer Zusammenhalt‘, 200.000 Euro nach Gröpelingen, wo Menschen wenig Ausweichmöglichkeiten vor Hitze haben.“
Die zusätzlichen Kosten in Höhe von 200.000 Euro für die Klimaanpassungsmaßnahmen wurden über Mittel der Städtebauförderung aus dem Programm „Sozialer Zusammenhalt“ finanziert. Beteiligt an der Umsetzung waren die Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung, die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, die hanseWasser Bremen GmbH, der Umweltbetrieb Bremen sowie das Amt für Straßen und Verkehr Bremen.
Das Schwammstadt-Prinzip wird neben der Rasteder Straße auch in der Glogauer Straße angewendet und ist für den Schwarzer Weg geplant. Insgesamt wurden im Stadtteil Gröpelingen bereits mehr als 1.600 Quadratmeter entsiegelt und begrünt. Die Maßnahmen sind in der neu veröffentlichten Broschüre „Lebendiges Gröpelingen – Klimaanpassung im Stadtteil“ dokumentiert, die im Rahmen der Einweihung vorgestellt wurde.
Vom 14. bis zum 20. September findet die fünfte Woche der Klimaanpassung (WdKA) statt, die seit 2022 auf Initiative des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit vom Zentrum Klima-Anpassung (ZKA) umgesetzt wird.


Recent Comments