Vier Jahre nach der Ermordung von Jina Mahsa Amini ruft die Linke Bremen gemeinsam mit dem Bremer Bündnis für (queer-)feministische Frauenkämpfe zu einer Gedenkkundgebung auf. Sie findet am Mittwoch, 16. September 2026, um 17.30 Uhr auf dem Marktplatz Bremen statt.
Am 16. September 2022 war die 22-jährige Kurdin Jina Mahsa Amini im Iran von der sogenannten Sittenpolizei festgenommen worden. Wenige Tage später starb sie in staatlichem Gewahrsam. Ihr Tod löste die Bewegung Jin, Jiyan, Azadî – Frau, Leben, Freiheit – aus, in deren Folge Menschen im Iran zu Tausenden gegen patriarchale Unterdrückung und staatliche Gewalt auf die Straße gingen.
Die Linke Bremen erklärt, die Repression des iranischen Regimes gegen Aktivist*innen, Frauen und queere Menschen halte an. Die Situation im Iran sei nicht mit der in Deutschland gleichzusetzen, dennoch gebe es eine gemeinsame politische Schnittmenge: Körperliche Selbstbestimmung, Frauenrechte und queere Rechte seien überall dort ein Kampffeld, wo sie angegriffen würden. Auch in Deutschland seien rechte Kräfte so stark wie lange nicht, patriarchale Gewalt nehme zu, während antifeministische Rollenbilder zunehmend salonfähig würden. Neben islamistischen Kräften mobilisierten auch christliche Fundamentalisten gegen sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung, Gleichstellung und queere Rechte.
Sofia Heuser, gleichstellungspolitische Sprecherin der Linken Bremen, wird mit den Worten zitiert: „Von Jina Mahsa Amini und der Bewegung Jin, Jiyan, Azadî können wir auch hier sehr viel lernen. Die Situation im Iran ist nicht mit der in Deutschland vergleichbar. Aber die Verteidigung von körperlicher Selbstbestimmung, Frauenrechten und queeren Rechten ist auch hier ein politisches Kampffeld. Deshalb müssen wir kollektiv widerständig sein gegen alle, die diese Freiheit angreifen: gegen Islamisten und andere religiöse Fundamentalisten, gegen Antifeministen, Rechte und Faschisten. Unsere Solidarität mit den Menschen im Iran und unser Kampf für Selbstbestimmung hier gehören für mich zusammen.“
Mit der Kundgebung am Marktplatz soll ein Zeichen für Freiheit, Selbstbestimmung und internationale Solidarität gesetzt werden.


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