Rassismus im Gesundheitswesen zeigt sich auf vielfältige Weise: Gesundheitliche Beschwerden von Patientinnen und Patienten mit Migrationserfahrung werden häufiger nicht ernstgenommen, Terminanfragen seltener positiv beantwortet oder Behandlungen nicht angeboten. Wie künftig über Hinweise und Angebote für Betroffene auf der Website des Gesundheitsressorts informiert werden soll, damit befassten sich am 23. September 2026 Mitglieder von Bremer Migrant:innenorganisationen, des Bremer Rates für Teilhabe und Diversität sowie Mitarbeitende der Verwaltung.
Claudia Bernhard, Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz, erklärte, Rassismus im Gesundheitswesen sei kein Randphänomen und habe weitreichende Folgen. Erlebte Diskriminierung könne zu langfristigen gesundheitlichen Schäden oder vorzeitigem Tod führen. Mit dem Landesaktionsplan gegen Rassismus gehe man entschlossen dagegen vor. Herkunft, Sprache und Lebenssituation dürften weder im Krankenhaus noch im Pflegeheim oder in einer Praxis eine Rolle spielen. Betroffene sollen sich künftig auf der Website des Gesundheitsressorts besser über Beschwerdestellen und Beratungsangebote informieren können, weshalb die aktive Beteiligung von Migrant:innen bei der Überarbeitung als unverzichtbar und wertvoll bezeichnet wurde.
Die Website soll künftig Beispiele für Diskriminierungen enthalten, damit Betroffene erkennen können, dass sie Diskriminierung erfahren haben. Zudem sollen dort Hinweise auf Unterstützungsangebote sowie für Fachkräfte im Gesundheitswesen weiterführende Informationen zu finden sein. Die Überarbeitung der Website des Gesundheitsressorts soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Die neuen Inhalte werden in mindestens sieben Sprachen verfügbar sein. Bereits bestehende Informationen auf der Unterseite www.gesundheit.bremen.de sind bislang auf Deutsch, Englisch, Französisch und Bulgarisch abrufbar.
An dem Austausch nahmen unter anderem Mitglieder des Bremer Rates für Teilhabe und Diversität, des Arabischen Frauenbunds Bremen und von Humanitymed teil. Die Moderation übernahm Gülcan Yoksulabakan-Üstüay vom Aus- und Fortbildungszentrum (AFZ).
Nach dem Auftakt im Juni 2023 und einer Veranstaltung zum Einladungsschreiben zu den Schuleingangsuntersuchungen im September 2024 war es der dritte Austausch zur Umsetzung des Handlungsfeldes „Gesundheit, Pflege und ältere Menschen“. Dieses ist eines von 13 Handlungsfeldern des im Oktober 2021 vom Bremer Senat beschlossenen „Rahmenkonzeptes gesellschaftliche Teilhabe und Diversity“, das die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Leben in Bremen und Bremerhaven stärken soll. Das Beteiligungsformat ist zudem eine Maßnahme des Landesaktionsplans gegen Rassismus.
Quelle: Senat Bremen


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