Die CDU-Bürgerschaftsfraktion hat die Ablehnung von zwei geplanten Windkraftanlagen auf dem Gelände der Lloyd Werft in Bremerhaven scharf kritisiert. Die Gewerbeaufsicht des Landes Bremen hatte die Genehmigung versagt, wie aus der Antwort des Senats auf eine parlamentarische Anfrage der CDU-Fraktion hervorgeht.
„Das ist schwer nachvollziehbar: Die Lloyd Werft will auf ihrem eigenen Gelände in erneuerbare Energie investieren und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken – und bekommt dafür aus Bremen eine Absage“, sagte Thorsten Raschen, Bremerhavener Abgeordneter der CDU-Bürgerschaftsfraktion. Der Verweis auf eine Beeinträchtigung des Stadtbildes sei gerade im Hafen kaum nachvollziehbar, so Raschen weiter. Er zeigte sich zudem irritiert darüber, dass Wirtschaftssenatorin Vogt bei ihrem Besuch auf der Lloyd Werft am 10. August 2023 eine Lösung des Problems zugesagt habe, diese aber auch drei Jahre später nicht vorliege.
Martin Michalik, stellvertretender Vorsitzender und klimapolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, sprach von einem grundsätzlichen Widerspruch zwischen den Klimazielen der rot-rot-grünen Koalition und der Genehmigungspraxis bei konkreten Investitionen in erneuerbare Energien. Der Senat müsse dort Tempo machen, wo tatsächlich CO₂ eingespart werden könne, statt sich in kleinteiligen Symbolprojekten zu verzetteln, forderte Michalik.
Die CDU-Fraktion verweist in diesem Zusammenhang auf ein neues klimapolitisches Positionspapier, das unter anderem einfachere und schnellere Genehmigungsverfahren für Windkraftanlagen in Gewerbegebieten und Industrieparks fordert. Angesichts der begrenzten Flächenpotenziale im Land Bremen müssten vorhandene Möglichkeiten genutzt statt blockiert werden, so Michalik.
Nach Angaben aus der Senatsantwort auf die parlamentarische Anfrage wurden im Rahmen einer Windpotenzialanalyse der Deutschen WindGuard für das Gebiet des Überseehafens Bremerhaven sechs bis acht mögliche Standorte für Windenergieanlagen ermittelt, hinzu kommen zwei mögliche Anlagen auf dem Betriebsgelände der Lloyd Werft. Die Analyse wurde zwischen Dezember 2023 und Februar 2025 erarbeitet und wird nach Angaben des Senats weiter ausgewertet.


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