Am 3. Oktober 2026 ist die Kulturmeile Bremens – das Gebiet rund um den Goetheplatz, das Wilhelm Wagenfeld Haus, das Gerhard Marcks Haus, die Stadtbibliothek, die Kunsthalle Bremen sowie die angrenzenden Wallanlagen – ein Herzstück der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit. Aus diesem Anlass gibt Landesarchäologe Dr. Dieter Bischop einen Kalender mit Fotos herausragender archäologischer Funde aus der Blütezeit Bremens im Mittelalter und in der frühen Neuzeit heraus.
Das Areal in den Wallanlagen von der Bischofsnadel bis zur Altmannshöhe am Osterdeich gehört zum grünen Gürtel um die Altstadt. Im 17. Jahrhundert sternförmig vor der mittelalterlichen Stadtmauer erbaut, dienten die Anlagen der Verteidigung. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts verloren sie ihren militärischen Nutzen; 1802 stimmte der Senat über die Umwandlung der Wälle in einen englischen Landschaftspark ab – die erste durch eine bürgerliche Volksvertretung initiierte Parkanlage Deutschlands. 1843 entstand dort das erste Stadttheater, weshalb ein Ort bis heute „Theaterberg“ heißt.
Aus der Wallaufschüttung wurden im Lauf der Zeit zahlreiche archäologische Funde geborgen. Tuchplomben, Münzen sowie Fragmente niederländischer Fayence und wertvoller Keramikgefäße aus China oder Portugal zeugen vom weltumspannenden Handel Bremens im 17. Jahrhundert. Von der Belagerung durch das schwedische Heer im Jahr 1666 zeugen verzierte Musketenkugeln, Beschläge sowie Kugeln eines als Traubenhagel oder Karttätsche bezeichneten Artilleriegeschosses mit Schrotladung. Ein Poster mit diesen Funden wird an der Kulturmeile präsentiert.
Unter der Straßenkreuzung zwischen Kunsthalle und Stadtbibliothek liegen noch heute die Fundamente des Ostertorzwingers, den der niederländische Architekt Jacob Bockes van Vollenhoff ab 1512 errichtete. Der knapp 40 Meter hohe Turm diente unter anderem als Pulverlager und bis zu seinem Abriss 1826 als Kerker, bevor 1828 das Detentionshaus der Ostertorwache entstand. Eine der ersten Insassinnen dort war die Giftmörderin Gesche Gottfried. Gegenüber der Kunsthalle und am Theaterberg finden sich zudem unterirdische Spuren des Zweiten Weltkriegs, darunter ein Erdbunker, der von 1949 bis 1962 als unterirdische Kunstgalerie namens „Kunst-Krypta“ genutzt wurde.
Der Kalender der Landesarchäologie ist ab dem 3. Oktober auch in Buchhandlungen und anderen kulturellen Institutionen Bremens erhältlich.


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