Der Bremer Verfassungsschutz startet ab Donnerstag, 6. August 2026, eine zweiwöchige Warnkampagne auf großen, digitalen Werbetafeln in Bremen und Bremerhaven. Im Fokus steht die Anwerbung sogenannter Wegwerf-Agenten durch fremde Geheimdienste. Die Aktion wird gemeinsam mit dem Unternehmen Ströer durchgeführt.
Nach Angaben der Senatorin für Inneres und Sport versuchen gegnerische Staaten, Deutschland und Europa zu schwächen, ohne dabei die Schwelle eines offenen Krieges zu überschreiten. Dazu zählen Desinformation, Cyberangriffe, Spionage, Sabotage und verdeckter Einfluss auf die Politik. Auch der Einsatz von Wegwerf-Agenten gehört zu diesen Methoden.
Angeworben werden Betroffene demnach vor allem über soziale Netzwerke oder Messenger-Dienste. Gegen Bezahlung sollen sie ausspähen, Schäden anrichten oder Sabotageakte verüben. Wer tatsächlich hinter den Aufträgen steht, bleibt den Angeworbenen dabei oft selbst verborgen.
Innensenatorin Dr. Eva Högl erklärte: „Was nach schnellem Geld aussieht, ist der Anfang großer Probleme für die Betroffenen. Fremde Geheimdienste sind auch in Bremen aktiv. Sie nutzen Menschen aus und lassen sie fallen, sobald es brenzlig wird. Wer für dubiose Aktionen im Netz von Unbekannten angesprochen wird, sollte sich daher umgehend beim Bremer Verfassungsschutz oder der Polizei melden.“
Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine hat Moskau nach Darstellung des Senats seine hybriden Aktionen gegen Nato- und EU-Staaten verstärkt. Bremen und Bremerhaven könnten dabei zum Ziel werden – unter anderem wegen der Häfen in Bremerhaven, die als eine der wichtigsten Nato-Drehscheiben gelten. Hinzu kämen eine starke Luft- und Raumfahrtindustrie sowie eine bedeutende Verteidigungsindustrie in der Region. Diese Bedeutung mache beide Städte zu einem möglichen Ziel für Spionage und Sabotage. Es bestehe die Gefahr, dass fremde Geheimdienste Bremerinnen und Bremer direkt ansprechen oder eigene Wegwerf-Agenten ins Land schicken.
Wegwerf-Agenten bringen sich laut der Mitteilung auch selbst in Gefahr: Fliegen ihre Taten auf, drohen ihnen harte Strafen. Bei Sabotage an Energieanlagen bestehe zudem das Risiko lebensgefährlicher Verletzungen. Damit setzten Betroffene Gesundheit und Freiheit für eine Macht aufs Spiel, die kein Interesse an ihnen als Mensch habe.


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