Eine neue wissenschaftliche Studie im Land Bremen widmet sich der Frage, wie Betroffene von K.O.-Tropfen nach einem Vorfall Hilfe finden und welche Hindernisse sie auf dem Weg zu medizinischer, rechtlicher oder psychosozialer Unterstützung erleben. Das Forschungsprojekt wird von Studentinnen des Masterstudiengangs Gesundheitsförderung und Prävention der Universität Bremen durchgeführt und von der Zentralstelle der Landesfrauenbeauftragten (ZGF) unterstützt.
Ziel ist es, Hürden beim Zugang zum Bremer Hilfesystem für Menschen zu untersuchen, denen unfreiwillig K.O.-Tropfen verabreicht wurden. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, Unterstützungsangebote bedarfsgerecht weiterzuentwickeln und Versorgungslücken sichtbar zu machen.
Das Verabreichen von K.O.-Tropfen kann zu Kontrollverlust und Erinnerungslücken führen. Der international bekannt gewordene Fall von Gisele Pelicot hat die Aufmerksamkeit auf diese Form sexualisierter Gewalt gelenkt. Erschwert wird die Aufklärung dadurch, dass viele eingesetzte Substanzen nur kurze Zeit nachweisbar sind und die dafür nötigen spezialisierten Laborverfahren in der Regel nicht über die Zentralen Notaufnahmen erfolgen.
Bestehende Angebote im Land Bremen – darunter die Zentralen Notaufnahmen der Bremer Kliniken, die Gewaltschutzambulanz am Klinikum Bremen-Mitte sowie Beratungsstellen nach sexualisierter Gewalt – werden von Betroffenen bislang nur selten in Anspruch genommen. Die Studie untersucht deshalb strukturelle, institutionelle und persönliche Barrieren und umfasst eine anonyme Online-Befragung sowie vertrauliche Interviews.
Teilnehmen können volljährige Personen, die selbst von K.O.-Tropfen oder sogenanntem Drink Spiking betroffen waren, sowie Menschen, die entsprechende Situationen miterlebt oder beobachtet haben. Weitere Kooperationspartnerinnen sind die Gewaltschutzambulanz am Klinikum Bremen-Mitte und der Zucker-Club e.V.
Flyer und Plakate mit einem QR-Code zur Online-Befragung werden in den kommenden Wochen in verschiedenen Bremer Clubs, Cafés und weiteren Einrichtungen verteilt. Weitere Informationen zum Forschungsprojekt gibt es unter www.frauen.bremen.de/spiking.


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