StartBildungBremen: Sprachförderprogramm „Mitsprache“ startet an 25 Grundschulen

Bremen: Sprachförderprogramm „Mitsprache“ startet an 25 Grundschulen

Nach den Herbstferien startet an allen 25 Startchancen-Grundschulen in Bremen das neue Landessprachförderprogramm „Mitsprache“. Es setzt am Übergang von der Kita zur Grundschule an und verbindet Sprachdiagnostik mit gezielter Förderung.

Kinder- und Bildungssenator Mark Rackles erklärte: „Gute Bildung beginnt damit, dass Kinder gut sprechen, verstehen und lesen können. Genau da setzen wir an: ‚Mitsprache‘ hilft Kindern, ihren Wortschatz zu erweitern und Schritt für Schritt sicherer zu sprechen.“ Das Leseband gebe die Übungszeit für gutes Lesen. Beides bilde die Grundlage für das Landesprogramm Deutsch.

Sabine Kurz, Leiterin des Landesprogramms Startchancen, begleitet den Start an den 25 Schulen. Zentrale Figuren im Unterricht sind die Handpuppen Mimi, Draco und Konstantin – eine Katze und zwei Drachen. Kinder sprechen mit den Figuren statt über sie und können sich so spielerisch ausdrücken, Geschichten erzählen und neue Wörter ausprobieren. Spiele, eine gemeinsame Rahmengeschichte und feste Gesprächsrituale geben Orientierung. Zudem lernen die Kinder, Gefühle zu benennen und Impulse zu steuern.

In Kleingruppen mit höchstens sieben Kindern erhalten die Schülerinnen und Schüler fünf Stunden Förderung pro Woche. Der Sprachstand wird mit einer App in acht bis zwölf Minuten erfasst; bis zu drei weitere Erhebungen im Jahr zeigen die individuelle Entwicklung.

Bremerhavens Schuldezernent Prof. Dr. Hauke Hilz verwies darauf, dass in Bremerhaven bereits rund ein Drittel aller Grundschulen mit „Mitsprache“ arbeite und die Erfahrungen sehr gut seien.

Das Förderprogramm ist zunächst auf drei bis vier Pilotjahre angelegt. Im Schuljahr 2026/27 starten nach den Herbstferien Diagnostik und ein tägliches Förderband mit vier Stunden „Mitsprache“ und einer Stunde zur Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen. Im Schuljahr 2027/28 wird „Mitsprache“ mit dem Förderprogramm Leseband verzahnt: „Mitsprache“ baut Wortschatz, Grammatik und mündliche Sprachproduktion auf, das Leseband trainiert darauf aufbauend Leseflüssigkeit und Textverstehen. Im Schuljahr 2028/29 steht das Textverstehen im Fokus, das Leseband verbindet dann Leseflüssigkeit und Textverstehen.

Die Stiftung Fairchance verantwortet das Programm fachlich und operativ, unterstützt von der Beisheim Stiftung und der Unternehmerstiftung Chancengerechtigkeit. Gemeinsam mit dem IQHB wird die Wirksamkeit geprüft, unter anderem hinsichtlich Wortschatz, Satzbau, Grammatik und Erzählfähigkeit. Die Ergebnisse sollen für Schulentwicklung und Bildungsmonitoring genutzt werden.

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