15 Schülerinnen und Schüler aus der japanischen Stadt Tagawa in der Präfektur Fukuoka sind derzeit zu Gast in Bremen. Begleitet von Mitarbeitenden der Stadtverwaltung Tagawa, informiert sich die Delegation darüber, wie Inklusion und Teilhabe von Menschen mit Behinderung an Bremer Schulen umgesetzt werden.
Zum Programm gehören eine Stadtführung, eine Hospitation an der Oberschule an der Ronzelenstraße sowie Besuche beim Landesbehindertenbeauftragten und im Kinder- und Bildungsressort. Die Achtklässlerinnen und Achtklässler erleben den Schulalltag in der Klasse, beim gemeinsamen Sport im Sportzentrum und beim Kochen.
Der Senator für Kinder und Bildung, Mark Rackles, sagte, Bremen stehe für eine Schule, in der alle Kinder und Jugendlichen unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen dazugehören und teilhaben könnten. Internationale Begegnungen wie diese bereicherten den Schulalltag und stärkten zugleich die Freundschaft und den Austausch zwischen Bremen und Japan.
Bremen hat als einziges Bundesland das Förderschulsystem auf Grundlage der Schulstrukturreform aus dem Jahr 2009 umfassend reformiert und verzeichnet mit 99,4 Prozent (2025) die höchste Inklusionsquote im Ländervergleich. Zum Schuljahr 2026/27 wurden 176 Erstklässlerinnen und Erstklässler mit Förderbedarf im Bereich Geistige Entwicklung eingeschult, nach 166 im Schuljahr 2025/26. Rund 60 Prozent von ihnen haben einen Förderbedarf im Autismus-Spektrum. Die Zahl der Schulstandorte für diesen Förderbereich stieg seit 2017/18 von 39 auf 81.
Auch bei der Qualifizierung von Fachkräften wird investiert: Bis Ende des Schuljahres 2026/27 werden 30 Lehrkräfte für Sonderpädagogik weiterqualifiziert. 2027 sollen 170 Lehrkräfte eine Zertifikatsausbildung zum Umgang mit Autismus erhalten.
Die japanische Delegation besucht Deutschland bereits zum vierten Mal, in Bremen ist es der zweite Besuch. Das Projekt wurde im Nachgang der Olympischen und Paralympischen Spiele Tokyo 2020 ins Leben gerufen, um jungen Menschen zu zeigen, wie Inklusion und Behindertensport in anderen Ländern gelebt werden. Die Oberschule an der Ronzelenstraße möchte künftig eine Kooperation aufbauen, um auch ihren Schülerinnen und Schülern einen Besuch in Japan zu ermöglichen.
Untergebracht sind die Mädchen und Jungen aus Japan bei Gastfamilien der Oberschule an der Ronzelenstraße und der Oberschule Sebaldsbrück.


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