Der Kleinsatellit ATHENE-1 hat Bremen verlassen und ist auf dem Weg zur Vandenberg Space Force Base in Kalifornien. Entwickelt und gebaut wurde er von der OHB-Tochter LuxSpace gemeinsam mit der Universität der Bundeswehr München. Von Kalifornien aus soll ATHENE-1 Anfang Oktober im Rahmen der Transporter-18-Mission mit einer Falcon-9-Rakete von SpaceX ins All gebracht werden. Die Abreise aus Bremen markiert den Beginn der heißen Phase der Startkampagne.
ATHENE-1 ist Kernstück des Forschungsprojekts SeRANIS (Seamless Radio Access Networks for Internet of Space), das von der Universität der Bundeswehr München geleitet und vom Zentrum für Digitalisierungs- und Technologieforschung der Bundeswehr gefördert wird.
Der knapp 400 Kilogramm schwere Satellit soll in eine niedrige Erdumlaufbahn (LEO) gebracht werden und dort als Technologie- und Erprobungsplattform für insgesamt fünfzehn wissenschaftliche Experimente dienen. Im Mittelpunkt stehen neue Technologien für satellitengestützte Kommunikation und Vernetzung, Aufklärung und Sensorik, Navigation sowie KI und Datenverarbeitung an Bord des Satelliten. Dazu zählen auch Verfahren zur Erkennung, Lokalisierung und Abwehr von Störungen, insbesondere zum Schutz satellitengestützter Navigationssysteme.
Die Mission basiert auf der modularen Kleinsatellitenplattform Triton-X Heavy von LuxSpace, kombiniert mit einer von der Universität der Bundeswehr München entwickelten multifunktionalen Experimentalnutzlast. Mit der Durchführung der Startkampagne wurde OHB Orbital Access betraut.
Marco Fuchs, Vorstandsvorsitzender von OHB, bezeichnet ATHENE-1 als Beispiel für die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Industrie. Die Mission liefere Erkenntnisse für die Weiterentwicklung satellitengestützter Kommunikationssysteme für zivile und militärische Anwendungen.
Andreas Knopp, Initiator und Programmleiter von SeRANIS an der Universität der Bundeswehr München, erklärt, mit SeRANIS würden Forschung, Start-ups, Industrie und Bundeswehr erstmals auf einer agilen Erprobungsplattform im Orbit zusammengebracht. So kämen wissenschaftliche Erkenntnisse schneller aus dem Labor in die Anwendung und würden gemeinsam mit Nutzern erprobt.


Recent Comments