StartBildungBremen: Oberschule oder Gymnasium – das Schulsystem nach der Grundschule

Bremen: Oberschule oder Gymnasium – das Schulsystem nach der Grundschule

Nach der vierjährigen Grundschule stehen Bremer Eltern vor der Wahl zwischen zwei gleichwertigen Schulformen: der Oberschule und dem Gymnasium. Beide führen zu allen allgemeinbildenden Abschlüssen, unterscheiden sich aber in Aufbau und Lerntempo.

**Oberschule**: Die meisten Bremer Kinder besuchen eine der 33 Oberschulen. Sie gilt als „leistungsorientierte Schule für alle“ nach skandinavischem Vorbild. In den Jahrgangsstufen 5 und 6 lernen alle Schülerinnen und Schüler gemeinsam im Klassenverband, ab Jahrgangsstufe 7 werden sie in Mathematik und Englisch auf grundlegendem oder erweitertem Niveau unterrichtet („Fachleistungsdifferenzierung“), später auch in Deutsch sowie Physik oder Chemie. Jahrgangsteams aus Lehrkräften begleiten die Klassen von Stufe 5 bis 10 durchgehend. Sitzenbleiben gibt es in dieser Zeit nicht. Ab Jahrgangsstufe 6 können Wahlpflichtkurse belegt werden, etwa eine zweite Fremdsprache.

**Gymnasium**: Die acht Bremer Gymnasien unterrichten auf einheitlichem Leistungsniveau mit höherem Lerntempo, bis zu 35 Wochenstunden und maximal 30 Schülerinnen und Schülern pro Klasse. Ab Jahrgangsstufe 6 ist eine zweite Fremdsprache verpflichtend.

**Abitur nach 12 oder 13 Jahren**: Am Gymnasium führt der Weg regulär nach 12 Jahren zum Abitur. An der Oberschule dauert der reguläre Weg bis zum Abitur 13 Jahre; an einigen Oberschulen ist das Abitur auch nach 12 Jahren möglich, wenn eine zweite Fremdsprache sowie erweitertes Niveau gewählt und zusätzlicher Unterricht in den Jahrgangsstufen 7 bis 9 besucht wird. Der Übergang in die Gymnasiale Oberstufe erfolgt am Gymnasium nach Jahrgangsstufe 9, an der Oberschule nach Jahrgangsstufe 9 oder 10.

**Inklusion**: Nach § 3, Absatz 4, Bremer Schulgesetz haben Bremer Schulen den Auftrag, sich zu inklusiven Schulen zu entwickeln. Kinder mit unterschiedlichen Begabungen, Mehrsprachigkeit oder Förderbedarf werden gemeinsam unterrichtet. An den Schulen arbeiten dafür multiprofessionelle Jahrgangs-, Klassen- und Fachteams; als Anlaufstellen dienen die Regionalen Beratungs- und Unterstützungszentren.

Die Schulwahl liegt formal bei den Eltern. Kommt es zu einem Schulwechsel innerhalb Bremens, stimmen sich die beteiligten Schulen einvernehmlich ab; gelingt das nicht, entscheidet die zuständige Behörde.

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