StartBildungBremen: Modellversuch „Schulstraßen“ startet nach den Herbstferien an drei Grundschulen

Bremen: Modellversuch „Schulstraßen“ startet nach den Herbstferien an drei Grundschulen

Bremen erprobt nach den Herbstferien an drei Schulen das Modell „Schulstraßen“. Dabei werden Straßen im unmittelbaren Schulumfeld zeitweise für den Autoverkehr gesperrt, um Kindern einen sichereren Schulweg zu ermöglichen. Der Pilot läuft für ein Jahr im Schuljahr 2026/27 an der Grundschule an der Melanchthonstraße in Walle, der Grundschule am Baumschulenweg in Schwachhausen sowie der Grundschule an der Parsevalstraße/Oberschule Sebaldsbrück in Hemelingen.

Die Straßen sollen zu Beginn und Ende eines Schultages befristet – in der Regel 30 Minuten – für den Kfz-Verkehr durch fest angebrachte Schilder „Verbot für Kraftfahrzeuge“ gesperrt werden. Ziel ist es, zu Fuß gehende sowie Roller- oder Fahrrad fahrende Schülerinnen und Schüler in diesen Zeiträumen besonders zu schützen. Vor den genannten Schulen gilt bereits Tempo 30. Die Pflicht für Fußgänger, die Gehwege zu nutzen, bleibt unabhängig von den Sperrungen bestehen. Zusätzlich sind für die drei Standorte „Kiss & Ride“-Stellplätze außerhalb des gesperrten Bereichs vorgesehen.

Die Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung, Özlem Ünsal, erklärte, Kindern werde mit den Schulstraßen für die letzten Meter der Raum zurückgegeben, den sie brauchten, um sicher anzukommen und früh zu lernen, den Weg alleine zu schaffen. Kinder- und Bildungssenator Mark Rackles betonte, die Bring- und Abholsituation solle entzerrt und Kindern ein sicherer Schulweg ermöglicht werden.

Grundlage des Pilotversuchs ist ein Antrag der Beirätekonferenz an die Stadtbürgerschaft vom 23. September 2025, der einen abgestimmten, einjährigen Modellversuch für das Schuljahr 2026/2027 forderte. Die Stadtbürgerschaft überwies den Antrag am 9. Dezember 2025 zur weiteren Beratung an die städtischen Deputationen für Mobilität, Bau und Stadtentwicklung, für Kinder und Bildung sowie für Inneres. Nach der Befassung der federführenden Deputation am 13. August 2026 nimmt die Deputation für Kinder und Bildung den Bericht am 1. September 2026 zur Kenntnis.

Das Amt für Straßen und Verkehr bereitet derzeit die konkrete Umsetzung nach den Herbstferien vor und stimmt die Maßnahmen mit Schulen, Ressorts und Ortsämtern ab. Begleitet wird der Modellversuch vom Arbeitskreis „aber sicher – gemeinsam für ein verkehrssicheres Bremen“, in dem unter anderem Polizei, Feuerwehr sowie Bildungs- und Mobilitätsressort vertreten sind. Die Wirkung der Sperrungen und die Nutzung der „Kiss & Ride“-Stellplätze werden ausgewertet. Zeigt sich, dass der Hol- und Bringverkehr nicht ausreichend reduziert wird, sollen zusätzliche Maßnahmen wie mobile Absperrgitter geprüft werden.

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