StartPolitikBremen: Grün-Feucht-Kühl-Index zeigt Defizite beim natürlichen Klimaschutz

Bremen: Grün-Feucht-Kühl-Index zeigt Defizite beim natürlichen Klimaschutz

Der NABU und das ECONICS Institut aus Berlin haben am 14. Juli den Grün-Feucht-Kühl-Index (GFKI) 2026 vorgestellt. Der Index misst bundesweit anhand von Satellitendaten, wie leistungsfähig Natur bei Kühlung, Wasserrückhalt und Klimaanpassung ist. Auch für Bremen zeigt die Auswertung Defizite.

„Auch in Bremen zeigt sich, wie wichtig intakte Natur für den Schutz vor Hitze, Dürre und Starkregen ist. Gute Werte gibt es hier vor allem für Gebiete in Stadtrandlage, wie das Blockland oder die Luneplate in Bremerhaven. In den dichtbesiedelten, innerstädtischen Bereichen sind die wertvollen Landschaftsfunktionen dagegen stark eingeschränkt, auch wenn sich ein positiver Trend erkennen lässt“, sagt Gerd Richter, Vorstandsvorsitzender des NABU Landesverband Bremen.

Der GFKI bewertet Landschaften anhand der Faktoren Grün, Feucht und Kühl. Intensiv genutzte Agrarregionen, stark versiegelte Städte und ausgebaute Gewässerräume weisen laut Studie häufig Defizite auf, der bundesweite Trend sei negativ. Studienautor Prof. Dr. Pierre Ibisch betont, dass die Ergebnisse auf gemessenen Daten statt Experteneinschätzungen beruhen und konkrete Prioritäten für Schutz, Stabilisierung oder Wiederherstellung von Flächen benennen.

Der NABU Bremen kritisiert das jüngst verabschiedete Infrastruktur Zukunftsgesetz, das einen finanziellen statt realen Ausgleich für Naturverbrauch durch Verkehrs- und Energiebauten ermöglicht. Der Verband begrüßt, dass Bremen dem Gesetz bei der Abstimmung im Bundesrat vergangene Woche nicht zugestimmt hat. Richter fordert, keine weiteren Flächen zu versiegeln, insbesondere nicht durch neue Baugebiete auf der grünen Wiese, und natürliche Flächen außerhalb der Innenstadtbereiche sowie das Stadtgrün in Bremen und Bremerhaven zu schützen und zu fördern.

Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des NABU ergab, dass über 90 Prozent der Menschen in Bremen das EU-Gesetz zur Wiederherstellung der Natur befürworten. Der NABU fordert von Bund und Ländern die Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung, ein Bundesgesetz für Natürliche Infrastruktur sowie mehr Tempo bei Renaturierung und Vernetzung von Lebensräumen.

Quelle: unbekannt

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